Balanced Scorecard in der Schule? Berliner Berufsschulen zeigen wie!
"Interpretieren Sie die Ergebnisse selbstbewusst!" Das war zum Abschluss der Tagung am 31. Oktober 2007 der Rat von Hans Rudolf Hartmann und Rudolf Krebs aus der Schweiz. Auch alle anderen an der Tagung Beteiligten waren sich einig: Mit dem QEBS-Projekt wurde die Qualitätsentwicklung von beruflichen Schulen entscheidend vorangebracht.
Mit dem neuen Schulgesetz von 2004 wurden die beruflichen Schulen auf- gefordert, mit mehr Eigenverantwortung Qualität zu entwickeln. Denn, so Staatssekretär Eckart R. Schlemm: "Berufliche Schule muss sich wie keine andere Schule den Erfordernissen der Wirtschaft stellen."
Das QEBS-Projekt unterstützte 13 berufliche Schulen darin, der Aufforderung nach dem Schulgesetz gerecht zu werden. Die Balanced Scorecard wurde eingeführt und unterstützt im künftigen Einsatz die Schulentwicklung.
Am 31. Oktober trafen sich als Projektabschluss ca. 180 Beteiligte und Interessierte aus dem gesamten Bundesgebiet, um die Ergebnisse und Erfahrungen auf einer Fachtagung zu diskutieren.
Und alle Beteiligten sind sich einig: Mit dem Projekt wurden wichtige Schritte gegangen und die Entwicklung angeschoben. Doch, so beweisen die Erfahrungen und die wissenschaftlichen Erkenntnisse, Organisationsentwicklung ist ein fortwährender Prozess. Auch Berufsschulen müssen deshalb kontinuierlich an der Schulentwicklung arbeiten.
Für die Zukunft ist wichtig, so engagiert wie bisher weiter zu machen, Angeschobenes zu verstetigen und die Ergebnisse entsprechend zu bewerten. Dabei wird es für die Berufsschulen vom RKW Berlin weitere Unterstützung geben.
Wer mehr über Stolpersteine, Möglichkeiten und Grenzen der Einführung einer Balanced Scorecard in beruflichen Schulen wissen möchte, findet im Internet Informationen und Materialien. Dort wird ab voraussichtlich Mitte Januar auch die Projektdokumentation mit Werkzeugen und Fachbeiträgen zu finden sein.
Bei darüber hinausgehenden Fragen wenden Sie sich bitte direkt an die Projektleiterin Annette Möbus (annette.moebus@rkw-bb.de, Tel.: 030 - 203 08 4306).
Erstes zertifiziertes Berliner 3-Sterne-Hotel bewirbt sich um den Qualitätspreis
Entgegen der landläufigen Meinung, dass eine Zertifizierung nach der ISO-Norm 9001 nicht relevant für die Hotel- und Gast- stättenbranche ist, hat das AKZENT Hotel Kolumbus das Gegenteil bewiesen. Dem ersten nach ISO 9001 zertifizierten 3-Sterne-Hotel Berlins wird am 06.12.2007 durch die DQS das Zertifikat überreicht. Doch dieser Schritt soll nicht der letzte in der Qualitätsentwicklung des AKZENT Hotel Kolumbus gewesen sein. "Eine Bewerbung um den Qualitätspreis Berlin-Brandenburg 2008 ist in Vorbereitung", so die Qualitäts- beauftragte Frau Constanze Herklotz.
Der Qualitätspreis Berlin-Brandenburg 2008, der von den Wirtschaftsressorts Berlin und Brandenburg vergeben wird, würdigt herausragende Leistungen auf dem Gebiet des Qualitätsmanagements.
Mit der Vorbereitung der Bewerbung in Form einer Unternehmensselbstbewertung erkennen die Unternehmen bereits durch das Hinterfragen der eigenen Prozesse Verbesserungspotenziale. Gleichzeitig geben Feedbackberichte von qualifizierten Assessoren wertvolle Hinweise für weitere Entwicklungschancen. "Wir möchten zeigen", so die Geschäftsführerin Monika Rink, "wie wichtig in unserer Branche Qualität und Kundenorientierung sind.
Das Unternehmen engagiert sich auch gesellschaftlich, bietet Ausbildungsplätze für junge Leistungssportler an, ist aktiv bei der Berufsberatung mit Betriebspraktika und in der Sportförderung. Das AKZENT Hotel Kolumbus ist als besonders familienfreundlich bekannt. www.q-preis.de.
Neue Mitarbeiter/-innen beim RKW Berlin
Die RKW Berlin GmbH wächst weiter. Ab 2008 wird als neuer Projektleiter Thomas Neumann den Bereich Beratung verstärken. Er wird auch die Projektleitung des Modellprojektes PEsystem übernehmen. Als neue Geschäftsführungsassistentin wird Anja Rakowski in unser Team kommen. In der Januar-Ausgabe des INFO-Briefes werden wir beide mit einem Kurzporträt vorstellen.
Internet-Auftritt des RKW Berlin-Brandenburg
Seit einiger Zeit wird der Internet-Auftritt des RKW (www.rkw-bb.de) überarbeitet und auf die neueste TYPO3-Version umgestellt. Die Website präsentiert sich nicht nur mit modernerem Gesicht, sie zeigt nun vor allem das RKW in neuer Struktur für die gesamte Wirtschaftsregion Berlin-Brandenburg und ein erweitertes Leistungs- und Informationsangebot. Im Januar
2008 wird der Internet-Auftritt freigeschaltet.
Modellprojekt PEsystem - interessierte Unternehmen und Berater/-innen gesucht
Mit Januar 2008 beginnt die RKW Berlin GmbH ein neues, 2-jähriges Modellprojekt. Mit PEsystem werden Instrumente und Wege für die Realisierung von kompetenzorientiertem Management in KMU erprobt. Im Mittelpunkt steht, mit arbeitsintegrierten neuen Lernformen auch neue Zugänge zu betrieblicher Bildung zu eröffnen. Es wird ein RKW-Beraterteam berufen, das im Projektzeitraum die Unternehmen in diesem Prozess begleitet. Beteiligt werden Unternehmen aus ausgewählten Wirtschaftsclustern der Hauptstadt.
Befragung zum Coaching im Mittelstand
In Deutschland steigt derzeit das Interesse an Coaching weiter an. Das RKW Berlin greift aktuelle Probleme und Entwicklungen im Coaching als Gegenstand einer Mittelstands-Studie auf, an der auch Experten der SOCIUS Organisationsberatung GmbH aus Berlin und der Energie und Wasser Potsdam GmbH aus Potsdam beteiligt sind. Mit der
Befragung sollen Zusammenhänge ermittelt werden, zu welchen Anlässen und für welche Zielgruppen heute bereits Coaching als wertvolles Instrument der Personalentwicklung im Mittelstand angewandt wird. Interessierten Unternehmen werden gerne die Befragung und die Ergebnisse zur Verfügung gestellt. Kontakt: walter.brueckner@rkw-bb.de
Kooperation RKW Berlin und FHTW
Im Rahmen des Qualitätspreisverfahrens Berlin-Brandenburg 2008 ist ein Kooperationsvertrag zwischen der FHTW Berlin und der RKW Berlin GmbH geschlossen worden. 15 Studenten/-innen unterstützen die Unternehmen bei der Erstellung ihrer Bewerbungsunterlagen für den Qualitätspreis. Der Tandemeinsatz lohnt sich für beide Seiten, denn auch die Studenten/ -innen erhalten Praxiserfahrungen im Umgang mit Qualitätsmanagement sowie wertvolle Unternehmenskontakte.
Forschungsprojekt des BMBF
In der RKW Deutschland GmbH wird von Februar 2008 bis Januar 2011 ein 3-jähriges bundesweites Forschungsvorhaben realisiert. "Wachstum lernen - lernend wachsen" stellt die Entwicklung und Erprobung kompetenzorientierter Managementkonzepte zur Steigerung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit von kleinen und mittelständischen Unternehmen in das Zentrum.
Tipps & Termine
17. Dezember 2007 - RKW-Arbeitskreis Flexible Organisation.
08. Januar 2008 - Informationsveranstaltung zum Qualitätspreis Berlin-Brandenburg, Technische Universität Berlin.
10. Januar 2008 - Bewerberschulung Qualitätspreis Berlin-Brandenburg, Technische Fachhochschule Wildau.
16. Januar 2008 - RKW-Arbeitskreis Personalentwicklung, Best Western.
21. Januar 2008 - Sitzung des NAGD-04-25 AA "Bildungsdienstleistungen", DIN.
24. Januar 2008 - Fachtagung Transnationale Qualitätspartnerschaften, Potsdam.
25. Januar 2008 - Erfahrungsaustausch der Zulassungsstelle PAS 1037 mit Prüfstellen und Prüfern.
29. Januar 2008 - Tagung der Qualitätsinitiative Berlin-Brandenburg, Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen.
Handeln statt reden und schnell eine persönliche Basis finden!
Interview über ihre bilaterale Partnerschaft mit Wiktor Mirer aus Legnica und Manfred Hauptvogel aus Hohenbucko beim open space im TQP-Projekt des RKW am 20. November 2007 in Berlin.
Was ist Ihr gemeinsames Projekt?
Hauptvogel: Wir sind gemeinsam in Lubin tätig und unterstützen eine Schule in der Ausbildung in bestimmten Schweißverfahren. Derzeit sind wir gerade dabei, die Ausbildungswerkstätten einzurichten und die Lehrkräfte zu qualifizieren. Im kommenden Frühjahr werden wir dann mit der Ausbildung beginnen. Dadurch, dass der TÜV-Nord auch in Polen tätig ist, haben wir die Qualität in der Ausbildung sicher stellen und an die Normen anpassen können.
Warum betreiben Sie dieses Projekt?
Hauptvogel: Wir möchten einen Beitrag leisten, dass Jugendliche europaweit einsetzbar sind. Das ist eine neue Qualität in der Bildung.
Was ist das Besondere an Ihrer Partnerschaft?
Hauptvogel: Unsere Partnerschaft ist auch in einer Freundschaft gemündet. Ohne das würde es nicht gehen. Der Grundgedanke ist zwar wichtig, aber die Praxis ist entscheidend. Wir sind direkt in die bilaterale Beziehung gegangen und reden nicht darüber sondern handeln. Deshalb sind wir auch weiter als andere Partnerschaften
Mirer: Ich bin sehr froh über die Begegnung und glücklich Manfred getroffen zu haben. Gemeinsam können wir professionell dieses Projekt umsetzen. Außerdem bin ich sehr glücklich, dass mir die Arbeit mit Manfred auch dabei hilft, meinen Traum zu realisieren. Ich möchte behinderten Kindern helfen und setze viele Anstrengungen daran, ein Zentrum für sie zu entwickeln. Wir arbeiten mehr als normal zusammen und es ist eine fast familiäre Beziehung entstanden. Es ist also eine modellhafte Zusammenarbeit, die ich mir auch für andere wünschen würde.
Wie haben Sie es geschafft, dass es zwischen Ihnen so gut klappt?
Hauptvogel: Vielleicht klappt es so gut, weil wir beide durchweg Unternehmer sind. Das ist ja auch ein Vorteil für unsere Kunden. Wir können uns den Misserfolg nicht leisten.
Gab es auch Probleme, die in der Zusammenarbeit aufgetreten sind?
Hauptvogel: Ja sicher.
Mirer: Aber das waren eher Schwierigkeiten und nicht Probleme. Und die Schwierigkeiten sind wir immer direkt angegangen. Wir haben es durch diskutiert und wenn man sich offen damit auseinander setzt, findet man für alles eine Lösung.
Hauptvogel: Schwierig ist, das Projekt und die Zusammenarbeit in die interne Struktur zu übertragen. Die Mitarbeiter müssen sich auch mit dem Projekt identifizieren. Aber wir haben sie gut einbinden können und sie halten den Kontakt auf der zweiten Ebene.
Wie funktioniert Ihre Partnerschaft praktisch, beziehungsweise wie kann man sich die Zusammenarbeit vorstellen?
Mirer: Wir mailen, telefonieren und so weiter. Wir stehen in ständigem telefonischen und schriftlichen Kontakt. Zum Beispiel haben wir letztens einen Brief an die Leiterin einer Schule geschrieben. Ich habe den Entwurf gemacht, der wurde übersetzt und Manfred hat ihn verbessert und dann ging es an mich zurück.
Und die Sprache ist dabei kein Problem?
Beide: Nein.
Mirer: Wir haben immer eine Übersetzerin dabei. Hauptvogel: Außerdem wohnen wir nur zwei Stunden von einander entfernt. Das macht vieles leichter und ist manchmal näher, als wenn ich in Brandenburg unterwegs bin.
Wie haben Sie sich kennen gelernt?
Mirer: Wir kannten uns schon über das Internet und haben uns dann auf einer Veranstaltung persönlich kennen gelernt. Wir stehen nun seit über zwei Jahren in Kontakt.
Und welchen Anteil hatte das TQP-Projekt an Ihrer Zusammenarbeit?
Hauptvogel: Ohne das RKW wäre all das nicht entstanden und nicht gegangen. Es bietet viele Möglichkeiten der Zusammenarbeit und Kontakte zu knüpfen. Heute, hier beim open space, haben wir zum Beispiel wieder Kontakte knüpfen können und an weiteren Projekten gearbeitet.
Welchen Rat können Sie anderen mitgeben, die auch eine Partnerschaft eingehen möchten?
Hauptvogel: Weniger reden, mehr handeln und anpacken! Man sollte es ganz einfach machen.
Mirer: wichtig ist, sich möglichst schnell näher kennen zu lernen und Gedanken aufs Papier zu bringen. Das ist dann die Grundlage für gezielte Anstrengungen und die konkrete Umsetzung von Projekten.
Hauptvogel: Zur Partnerschaft gehört auch, gut essen zu gehen und etwas zusammen zu trinken.
Mirer: Natürlich muss man aber zuerst das Eigentliche regeln.
Hintergrund:
Wiktor Mirer ist Direktor der Schulen Policealne szkoly dla doroslych. Manfred Hauptvogel ist Handlungsbevollmächtigter der Marketing Service & Bildungsakademie GmbH. Als Übersetzerin fungierte für Wiktor Mirer Dr. Teresa Dierkes.
Die Policealne szkoly dla doroslych bietet Schulungen verschiedenster Art. Sie bildet unter anderem in den Bereichen Verwaltung, Betriebswirtschaft, Informatik, Landwirtschaft, Vermessung und Bergbau aus.
Die Marketing Service & Bildungsakademie GmbH bildet vor allem in zwei Bereichen aus. Der erste Bereich dreht sich um Alles rund um Fahrzeuge und Verkehrslogistik. Dazu gehören zum Beispiel die Ausbildungsberufe LKW-Schlosser und Fahrzeuglackierer. Der zweite Bereich dreht sich rund um Werkstoffe, Kunststoffe und Metalle.


